Lasst uns 100000 Euro ausschütten!

Es war im Jahre 2006, da hatte die Kulturstiftung des Bundes einen Haufen Fördergelder für Kunstprojekte, die sich mit dem Thema Arbeit in Zukunft auseinandersetzen, bereitgestellt.
Jeder Mensch, der halbwegs bei Verstand ist, weiß, dass es in Zukunft keine Arbeit mehr geben wird, dass sich ein Kunstprojekt, das sich mit dem Thema Arbeit in Zukunft befasst, damit auseinandersetzen muss, wie eine Welt ohne Arbeit aussieht - eine Welt, in der jedem ein Grundeinkommen in angemessener Höhe zur Verfügung steht.
Wir fühlten uns angesprochen und bewarben uns, wobei wir die maximale Fördersumme, die einem Einzelprojekt zugebilligt werden konnte, nämlich 150000 Euro, beantragten. Unsere Idee war es, dieses Geld zu gleichen Teilen unter der Bevölkerung aufzuteilen, um den Menschen das Gefühl zu vermitteln, wie es ist, Geld zu erhalten, ohne dafür arbeiten zu müssen - so wie es in Zukunft sein wird. Da die pro Kopf auszuzahlenden Beträge im unteren Centbereich lägen und nur symbolischer Natur wären, schien eine Überweisung per Bankkonto zu aufwendig, denn hierzu müssten einige Millionen Überweisungsformulare ausgefüllt werden. Hinzu kommt, dass nicht jeder, der Geld benötigt, ein Bankkonto hat und, wenn er ein Bankkonto hat, möglicherweise jeder dort eingezahlte Betrag sofort gepfändet wird. Aus diesen Gründen schlugen wir vor, die 150000 Euro in Centstücke einzutauschen und diesen Geldberg an einen für alle Menschen gut zugänglichen Ort zu schütten, sodass sich jeder seinen Anteil unbürokratisch in bar herunternehmen kann. Als gut zugänglichen Ort hatten wir die Reichstagswiese im Blick.
Leitder hat die Jury der Kulturstiftung des Bundes uns die 150000 Euro nicht bewilligt und unser Kunstprojekt, das sich unserer Ansicht nach sehr realistisch mit dem Thema Arbeit in Zukunft auseinandersetzt, ohne Begründung abgelehnt. Stattdessen wurden diese Projekte gefördert.
Wir vermuten, dass unser Kunstprojekt damals der Zeit zu weit voraus und damit von vornherein zum Scheitern verurteilt war. Doch die Zeiten ändern sich. Wir müssen es auch nicht übertreiben. 100000 Euro genügen uns schon. Wir sind auch nicht auf die Kulturstiftung des Bundes angewiesen!
Wer bei den Surfpoeten seinen Eintritt in Centstücken bezahlt, darf umsonst rein. Das heißt: dein Eintrittsgeld ist kein Eintrittsgeld, sondern wird Teil des Berges.

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