8.5.2011

Vom Menschenrecht auf Geld

bild

Jürgen Witte zur 2. Mai-Demonstration 2011

"Lieber tot sein als wie ohne Geld." (Rainer Degowski)
Nur wer eine Arbeit hat, die er gerne macht, macht diese Arbeit auch gut. Nur wer eine Arbeit hat, die er sinnvoll findet, hat auch Spass bei dieser Arbeit. Ohne den allgemeinen Zwang zur Lohnarbeit würden sehr viele Menschen merken, was wirklich sinnvolle Arbeit ist, und warum an so vielen Arbeitsplätzen jeden Tag völlig nutzlos Zeit vergeudet wurde. Ein Großteil aller Arbeit, die heute verrichtet wird, hat nur einen einzigen Sinn: Es gibt Geld dafür. Geld, das man zum Leben braucht, wie die Luft, das Wasser, ein Brot und ein Dach über dem Kopf. Wir alle haben ein Recht auf Geld. Und niemand soll auf die Idee kommen, er müsse sich das Geld vielleicht mit Gewalt verschaffen. Gebt es ihm einfach! Das es auf dieser Welt bislang so eingerichtet ist, dass man für sein Geld arbeiten muss, das haben exakt jene Leute erfunden, die soviel Geld haben, dass gerade sie auch ohne eigene Arbeit sehr gut leben können. Weil sie andere dazu zwingen können für ihr Geld zu arbeiten.
Und das, was ein Herr Ackermann Arbeit nennt, das würden wohl viele Nicht-Vorstandsvorsitzende allenfalls als verschärften Freizeitstress empfinden. Überaus freudlos ist sie, diese Welt des Geldes. Man gebe allen Menschen einen Eimer voll Geld, und die meisten würden morgen nicht mehr zur Arbeit gehen. Zu Recht! Weil sie bisher zu völlig sinnlosen Tätigkeiten gezwungen wurden. Kein Mensch braucht 100 verschiedene Schokoriegel und 2000 verschiedene Kekssorten. Und was wir schon gar nicht brauchen, das sind die Werbekampagnen, die uns einreden wollen, dass die 2001ste nun wirklich die beste aller Kekssorten sei. Und den Jingle dazu, der alle halbe Stunde nervig aus dem Radio quäkt. Das ist ekelhaft!
Natürlich wollen wir alle gute Kekse essen, aber so werden wir sie nie bekommen. Wirklich gute Kekse gibt es erst, wenn nur die Leute Kekse backen, die das auch gerne tun. Und die es so gut machen, wie sie es nur können. Weil sie das freiwillig tun werden. Ohne dazu gezwungen zu sein. Und weil sie stolz sein wollen auf ihre Kekse. Und sie würden sich schämen, dann noch billiges Öl in den Teig zu mischen, fragwür¬dige Backtriebmittel und ekligen Farbstoff. Ei-Ersatz aus Soja? Sie werden dann nur noch einen best-möglichen Keks backen, weil sonst wäre ihre Arbeit ganz umsonst gewesen. Erst die Freiheit vom Zwang zur Lohnarbeit ermöglicht es den Men¬schen, sich exakt die Arbeit zu nehmen, die sie tatsächlich wollen. Erst wenn niemand mehr unbedingt arbeiten muss, kann er zum Arbeit¬nehmer werden. Das Geld wird dann nicht mehr so wichtig sein. Geld hat ja jeder. Und die Produkte werden besser werden und ewig halten. Und die benötigte Arbeit wird immer weniger. Und wir werden sehr viel Zeit haben. Für neue Ideen. Und eines Tages wird das Geld dann vielleicht auch ganz abgeschafft!