Micha Winkler

http://pirat-micha.blogage.de/

Blasen *


Blasen gibt’s im Leben viele,
an den Händen nennt man’s auch Schwiele.
Trinkt mensch Flüssiges in großem Maße,
so meldet sich ’ne and’re Blase.
Dann gibt’s noch jenen Menschentypen,
den wir innerlich so lieben.
Dieser bläst sich gerne auf,
kurzum, er hat’s nicht wirklich drauf,
weil er in sich drinnen arm,
sein laues Lüftchen ist nicht mal warm.
Drum sagt man über ihn im Spaße,
„Was für ein Typ. Was für ’ne Blase.“

Beim großen Gelde sammeln sich,
diverse Blasen zu ’nem Gemisch.
Ein jeder will ganz viel bekommen,
denn dafür sei er ja gekommen.
Welch ein Gehaue! Welch ein Gesteche!
Ein System mit Blasenschwäche.
Blase um Blase wird produziert,
und jeder spielt mit, bis er kapiert,
dass diese oder jene Blase
ist bereits in jener Phase,
in der sie müsste platzen bald,
und plötzlich gibt es keinen Halt,
die Blasenschwachen wollen retten,
was da noch blieb von ihren Ketten.
Die Blase lässt ihr Lüftchen ab,
der Markt bereinigt sie ins Grab.

So geschah’s einst mit Internet,
Immobilien war’n auch ganz nett,
dann Rohstoffwerte, Kreditkarten,
so geht’s querbeet durch alle Sparten,
wo man Blasen blasen kann,
man schau sich nur die Nasen an.

Am fatalsten ist die Geldesblase –,
denn dort beißt mancher Staat ins Grase;
zumindest kurz und richtig saftig,
der Bürger spürt’s ... tüchtig leibhaftig –,
denn diese Blase platzt für alle,
die mit saßen in der Falle,
weil sie alle wohl mal dachten,
dass durch das Wachstum, dem entfachten,
alle würden größer werden ...
und der Himmel käm’ auf Erden.

Doch war’s ein Spiel, ein simples wohl.
Der Gierige gab dem Ängstlichen Kohl,
damit er was zu knabbern hatte,
damit er früh stand auf der Matte,
damit sein Glaube an ewiges Wachsen
ließ ihn mit dem Geld verwachsen.
Man wollte Wohlstand und Sicherheit,
aus Angst vor großer Einsamkeit?
Doch Wohlstand ist nicht Wohlbefinden,
wenn man für’s Geld sich sollte schinden.
Und Sicherheit – welch schöner Traum,
denn sicher ist in Zeit und Raum
nur eine Sache – einzig und allein:
die Veränderung von Sein und Schein’.

Und in der allerletzten Phase,
da platzt die große Seifenblase.
Dann lachen Kinder und paar Kluge –
Wir fahr’n ja alle mit dem Zuge,
der nicht einfach mal halten kann ...
doch zumindest glaubt man dran.



* sorry an alle, die beim Titel etwas anderes erwartet und nur deshalb bis zum Ende gelesen haben ;)


Bewerte diesen Text