Jobst

Ich denke an Fotoapparate

Ich denke jetzt schon eine ganze Weile an Fotoapparate. Ich kann nicht sagen, das es besonderen Spaß macht. Auch gibt es eigentlich keinen rechten Anlass für mich, an Fotoapparate zu denken. Sicher gibt es viele andere Sachen, an die man noch denken könnte. Das Dumme ist nur, mir fehlt der einleuchtende Grund dazu, mit dem Denken an Fotoapparate aufzuhören. Einen Grund würde ich schon gern haben, für das, was ich tue. Es gibt so viele Menschen, die tun und lassen allerhand Sachen ohne triftigen Grund. Naja, und man sieht ja, was dabei herauskommt.

Manchmal schadet es ja, wenn man aufhört eine Sache zu tun. Atmen zum Beispiel. Da wär ja alles klar: Ich mach weiter. Und andere Sachen wiederum, die schaden, wenn man sie weiter macht. Da gibt’s viele. Brauch' ich gar nicht aufzählen. Da fällt einem sofort einiges ein. Das sind Gründe. An Fotoapparate zu denken, schadet aber nicht. Es tut auch keinem weh, macht keinen Lärm, keinen Fußpilz, kein Dilemma oder so Sachen. Warum also aufhören ?

Vielleicht könnte ja ein Grund sein, dass mir nichts mehr einfällt, was ich dazu denken könnte ? Aber ist das nicht genau der Grund über eine Sache nachzudenken ? Wenn einem nichts mehr einfällt, klar, da muss man Nachdenken darüber. Nachdenken, bis die Einfälle kommen. Eigentlich.

Würde ich jetzt grad nicht über Fotoapparate nachdenken, fiele mir sicher kein einziger Grund ein, es zu tun. Nun aber denke ich drüber nach und brauche umgekehrt einen Grund, es sein zu lassen. Vielleicht sollte man sich das vorher überlegen, also bevor man beginnt, über eine Sache nachzudenken, ob man später einen Grund fände, es nicht mehr zu tun. So eine Art Rückfahrticket. Aber das gibt’s ja im Leben sowieso nicht. Insofern ist Denken an Fotoapparate genau wie das Leben.

Ach, fragt mich doch nächste Woche noch mal.

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