4.6.2009
Bing vs Google
Alle reden sie von Bing. Ich auch. Auf Spiegel Online sagen sie zu Bing: Praktisch, treffsicher, Google-gut. Ich sag: Na ja, die Microsoft-Suchmaschine Bing müsste noch an einigen Stellen stark verbessert werden. Da kann auch das schicke Bild, das sich wohl jeden Tag ändern soll, nicht drüber hinwegtäuschen. Verglichen mit den Vorgängern MSN-Search oder Live-Search ist Bing aber ein kleiner Fortschritt, denn suchte man bei den Vorgängern nach dem Begriff "Surfpoeten" kamen 0 Treffer, genauer gesagt, es kamen schon alle möglichen Treffer, allerdings kein einziger, der auf www.surfpoeten.de verwies. In den Vorgängersuchmaschinen war die Domain auf der Schwarzen Liste. Sie war gesperrt. All Suchergebnisse, die auf diese Domain zeigten, wurden ausgeblendet. Warum auch immer. Vielleicht, weil einmal das Wort "Sex" auf einer unserer Seiten stand. Oder auch Warez! Egal. Bei Bing findet man nun einen Link zu den Surfpoeten, wenn man "surfpoeten" eingibt. Zwar keinen Link auf die typische Adresse http://www.surfpoeten.de, sondern nur auf http://surfpoeten.de, also ohne das www vorne dran, aber egal. Man kommt hin.Nun aber zu den Schwächen. Im oben erwähnten Spiegelartikel wird besonders hervorgehoben, dass die Suchmaschine Kombinationen von Suchwörtern als gewichtendes Element verstehe. "Wer nach 'Wetter' und 'Pusemuckel' sucht, will offenbar nicht nur Seiten finden, auf denen beides vorkommt - sondern vor allem Seiten, auf denen beides verknüpft vorkommt." Klar, was sonst. Und wer nach "Tobias" und "Herre" sucht, was will der finden? Etwa das hier? Oder doch lieber das?
Sicher sind diese beiden Sucheingaben nur Schnappschüsse der aktuellen Stände von Google und Bing. Morgen könnte es schon wieder anders sein und Google zeigt bei der Suche nach Tobias Herre alle möglichen Seiten, auf denen Tobias vorkommt, nur nicht eine einzige, die etwas mit einem Menschen zu tun hat, der, so wie ich, Tobias Herre heißt, während Bing direkt zu mir führt. Aber danach bewerte ich nun mal eine Suchmaschine. Ich bin zwar nicht der, der sich jeden Tag einmal selbst googelt. Wenn es aber darum geht, eine neue Suchmaschine zu probieren, dann mach ich das, und wenn sie mir dann nicht mich zeigt, hat sie schon verkackt. Manch einer wird jetzt vielleicht den Einwand erheben, ich solle mich selbst nicht zu sehr im Mittelpunkt sehen. Möglicherweise hat er damit sogar recht. Und vielleicht ist es nur der Datenkrake Google, der mir mich anzeigt, wenn ich nach mir suche, weil er weiß, dass ich es bin, der da sucht, und weiß, was ich sehen will. Irgendwo hab ich es gelesen, dass ein Google-Mitarbeiter gesagt habe, Google wolle so viele persönliche Daten über die Nutzer sammeln, dass sie eines Tages Fragen wie "Was soll ich jetzt machen" demjenigen, der sie stellt, konkret beantworten können. Vielleicht sind sie bei Google jetzt schon so weit, und sie zeigen nur mir mich an, wenn ich nach Tobias Herre suche.
Und dann gibt es noch ein paar andere Suchworte wie zum Beispiel Sex, wo Bing mir einfach nichts zu verraten will. Wahrscheinlich ist diese Thema für die Gesellschaft wenig relevant. Höchstens für mich persönlich, weshalb Google mir ein paar Treffer zeigt. Aber möglicherweise eben nur mir ganz allein. Was die anderen zum Thema Sex gezeigt kriegen, weiß ich nicht.



