20.1.2010
Umweltkarte
Es macht nicht wirklich Sinn, dass die Umweltkarte Umweltkarte heißt. Der Besitzer einer Umweltkarte bewege sich umweltfreundlich, wird assoziiert. Er nimmt nicht das Auto, sondern die Öffentlichen. Allerdings macht das der Besitzer eines einfachen Tickets für 2,10 Euro auch, doch dieses Ticket heißt nicht Umweltticket. Wenn die Umweltkarte schon Umweltkarte heißt, sollte sie korrekterweise Umweltmonatskarte heißen und ein Einzelfahrschein Umweltkarte, womit eine Schwarzfahrt dann Umweltfahrt heißt, denn auch, wer sich ohne Fahrschein mit den Öffentlichen bewegt, bewegt sich umweltfreundlich, sogar noch umweltfreundlicher als mit Umweltkarte, da die Umwelt nicht durch die Produktion der Umweltkarte belastet wird. Wir wollen gar nicht daran denken, wie viele Bäume schon zur Herstellung von Umweltkarten abgeholzt wurden. Deshalb: Wer wirklich umweltfreundlich unterwegs sein will, kauft keinen Fahrschein. Der lasse sich auch nicht irritieren von den Warnhinweisen, die an den U-Bahntüren stehen: „Keine Beförderung ohne gültigen Fahrausweis.“ Das stimmt nicht. Die U-Bahn fährt trotzdem! Nur die Kontrolleure zerstören die Bilanz für die Umwelt hin und wieder, da sie Papierzettel über ein erhöhtes Beförderungsentgelt ausstellen. Deshalb: Wer wirklich umweltfreundlich unterwegs sein will, lässt sich nicht erwischen. Und wer doch erwischt wird, zumindest auf dem Weg zu den
Surfpoeten, erhält gegen Vorlage des ausgestellten Papierzettels freinen Eintritt.