Tube

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Tube (von manchen auch Tobias Herre genannt)


Tube liest einemal die Woche immer mittwoch bei der berliner Lesebühne Surfpoeten Geschichten vor.
kann Computerprogramme in fast jeder x-beliebigen Programmiersprache schreiben, hat mal früher sogar ein Computerspiel gemacht. Das Spiel heißt Atomino. Mit etwas Glück findetst du im Netz eine Raubkopie des Uraltgames. Außerdem testet Tube derzeit in einem aufopferungsvollen Selbstexperiment an einer private University in Berlin, was Lohnarbeit ist.

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6.11.2011

Mein Sony PRS T1 - Ebook-Reader

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Eigentlich war es nur ein Frustkauf, weil ich am Sonnabend auf Arbeit musste, wo dann ein paar Handwerker viel zu spät kamen, weshalb ich mehr als eine Stunde lang nichts zu tun hatte und die Zeit damit totschlug, ein größeres Elektronikkaufhaus aufzusuchen.
Nun besitze ich einen Sony PRS T1 und will meine Eindrücke der Welt mitteilen.
Die erste Frage, ob ein Ebook-Reader ein echtes Buch ersetzen kann, ist schnell gestellt und leicht beantwortet: Ja, er kann. Er kann sogar Tausende Bücher ersetzen, er kann so viele Bücher in sich aufnehmen, wie ich sie im Laufe der Jahre in meinen Bücherregalen angehäuft habe und noch viel mehr. Etwa 45000 mal die Buddenbrooks von Thomas Mann, wenn die fingernagelgroße 32 Gigabyte SD-Karte drin ist. Ohne diese zusätzliche Karte müssen wir uns mit 2500 Exemplaren dieses Werkes begnügen. Auf der anderen Seite kann ein Ebookreader das klassische Buch nicht ersetzen. Er fühlt sich anders an und er riecht anders, genau genommen riecht er nach nichts. Stellen wir uns doch mal einen Raum vor, ein Bibliothekszimmer, am Boden Holzdielen, die unter unseren Füßen leicht knarren, an den Wänden ringsherum Regale, in denen sich bis zur Decke hin Bücher aneinanderreihen. Hier riecht es förmilich nach Literatur, nach Wissen, nach Großartigem. Und nun stellen wir uns denselben Raum noch einmal vor, die Holzdielen können wir ruhig am Boden lassen, aber ohne die Bücherregale an den den Wänden. In der Mitte des Raumes steht ein Tisch und auf diesem der Sony Ebook-Reader. Der Funktionsumfang dieses Raumes ist identisch mit dem zuvor gedachten Raum, nur dass er auch noch MP3s abspielen kann. Und dennoch, es riecht nicht nach Literatur, nach Wissen und nach Großartigem. Es richt nach nichts. Das ist der Unterschied. Doch rufen wir uns ein altes Sprichwort in Erinnerung, nämlich Wissen stinkt nicht, dann können wir uns getrost mit dem Ebook-Reader auf das Sofa legen und gemütlich darin lesen. Neben dem Geruch, den ein gutes Buch an sich hat, fehlt es dem Ebook-Reader aber auch am Klang. Das Umblättern erfolgt fast völlig geräuschlos, ein leises Klicken vernehmen wir, wenn wir zum Umblättern die Umblätertaste drücken, und beinahe unhörbar gestaltet sich das Umblättern, wenn wir es mittels Fingerwisch über das Display erledigen.
Gerade beim Umblätern zeigt sich beim Sony PRS T1-Ebook-Reader ein gravierender Unterschied zum klassischen Buch. Da hatte ich mir gleich die Buddenbrooks von Thomas Mann heruntergeladen, sie in den Ebook Reader gespielt und lag bequem auf dem Sofa und las, ich war bereits auf Seite 37, als eine Obstfliege daherkam, sich auf dem Display des Readers niederließ und begann darauf umherzuspazieren. Das Ergebnis war ärgerlich, mein Lesefluss gestört, da der Reader, den Bewegungen der Obstfliege folgend, die Seiten in rascher Folge umblätterte, vor und zurück, je nachdem, welchen Weg die Obstfliege gerade einschlug. Ich brauchte einige Augenblicke, nachdem ich die störende Obestfliege fortgepustet hatte, zur gerade gelesenen Seite zurückzuspringen und in die großartige Literatur wieder hineinzufinden. Doch die Obstfliege kam zurück und vermasselte mir das Lesevergnügen abermals. Ich musste sie töten. Ein klassisches Buch ist gegen den Angriff einer Obstfliege immun. Die Obstfliege wäre nicht in der Lage, schnell mal die Seiten zu verblättern, eine kleine Armee von Obstfliegen müsste da schon erscheinen, um vielleicht eine Seite mit vereinten Kräften umzuschlagen.
Aber insgesamt, wenn ich von dem Erlebnis mit der Obstfliege einmal absehe, will ich festhalten, dass das Lesevergnügen auf dem Sony PRS T1 - Ebook Reader dem eines klassischen Buches in nichts nachsteht. Ich hätte es selbst nicht geglaubt. Obgleich das Ding rein elektronisch funktioniert, kann man sich in die gelesenen Geschichten hineinbegeben, als wären sie auf Papier gedruckt. Da stört es kaum, dass die Texte ohne Silbentrennung dargestellt werden, was daran liegt, dass alle meine bisher draufgespielten Ebooks keine Silbentrenninformationen enthalten, und überhaupt ist das mit der Silbentrennung eine komplizierte Sache, die wohl keiner der derzeit erhältlichen Ebook Reader vernünftig beherrscht.
Nun aber noch zu einem weiteren Unterschied zwischen Ebook-Reader und klassischem Buch, der sich aber eher auf den Unterschied zwischen klassichem Buch und Ebook bezieht, also unabhängig vom Lesegerät, dem Ebook-Reader, zu sehen ist, nämlich: Wie verschenkt man ein Buch, wenn es ein Ebook ist? Beim klassischen Buch ist das klar. Wir kaufen das Buch, wickeln es in Geschenkpapier und geben es demjenigen, der es bekommen soll. Wie kauft man aber ein Ebook und wickelt es in Geschenkpapier ein?
Ein Ebook habe ich noch nicht gekauft. Auf meinen Reader habe ich bisher nur Klassiker gespielt, die ich im Internet umsonst herunterladen konnte, und Geschichten, die ich selbst verfasst habe, um sie auf einer Lesebühne, zum Beispiel mittwochs auf meiner Lesebühne, den Surfpoeten, vorzulesen. Irgendwo muss man aber auch Ebooks kaufen können, denn die Verkäuferin fragte mich, nachdem ich mein Gerät ausgesucht hatte: "Wo Sie Bücher kaufen können, das wissen Sie?", zeigte sich allerdings überrascht, als ich antwortete "Nein. Ich weiß nicht, wo man Ebooks kauft. Brauch ich auch nicht. Ich schreibe sie alle selbst."
Um selbstgeschriebene Ebooks zu lesen und zu korrigieren, eignet sich das Gerät hervorragend. Mit dem beigefügten Plastestift lassen sich dem Text handschriftliche Notizen hinzufügen. Das funktioniert natürlich nicht nur bei selbstgeschriebenen Ebooks sondern auch bei Ebooks, die andere geschrieben haben. Und wenn man will, kann man sich die Notizen auch von einer Obstfliege, die im Zickzack über das Display läuft, erstellen lassen. Allerdings konnte ich das noch nicht testen, da, als ich die Fukntion für handschriftliche Notizen entdeckt hatte, meine Obstfliege bereits tot war.