27.12.2011
Ein Ebook kaufen
Da kam mir nun in den Sinn, da ich mir kürzlich einen Sony-Ebook-Reader angeschafft habe, ein Ebook zu kaufen, was ich dann aufgrund der ulkigen Preisgestaltung doch nicht getan habe. Es ging um das Werk "Berlin Alexanderplatz" von Alfred Döblin. Das Taschenbuch, erschienen bei DTV, kostet neu 8,90 Euro, und eine Ebook-Ausgabe von Fischer ist 9 Cent teurer, sie kostet 8,99 Euro (Auch die Kindle-Version kostet 8,99 Euro).Nun fragt sich der Käufer (also ich): Warum soll ich mehr Geld für ein Buch ausgeben, das dem Verkäufer keinerlei Versandkosten verursacht, das dem Hersteller keinerlei Druckkosten verursacht, das ich nicht einmal anfassen und das ich vom Autoren nicht signieren lassen kann, als für ein Buch, das die genannten Eigenschaften alle besitzt? (Leider kann ich das genannte Buch von Alfred Döblin natürlich nicht mehr signieren lassen; es geht mir nur ums Prinzip)
Zudem kann man Ebooks nicht ohne Weiteres weiterverkaufen, geschweige sich ein gebrauchtes kaufen. Gebrauchte Taschenbuchexemplare von "Berlin Alexanderplatz" werden aber schon für etwa 2 Euro angeboten, womit klar ist, dass niemand, der halbwegs bei Verstand ist, sich das Ebook für 8,99 Euro zulegen wird, denn der, der sich ein Ebook kauft, kauft es, um es selbst zu lesen, nicht, um es zu verschenken, so dass ihm, da es ja nur ums Lesen geht, ein gebrauchtes Exemplar völlig genügt.
Da kaufe ich mir also logischerweise ein gebrauchtes Exemplar, oder ich hole mir das Ebook von einschlägigen Warez-Seiten im Internet als Raubkopie, falls ich das Ebook doch noch haben will.
Also, liebe Verlage, nicht wundern, wenn das Geschäft mit den Ebooks nicht so richtig laufen sollte. Im Falle des betrachteten Werkes von Alfred Döblin liegt es einfach am Preis.



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