Hallo! Herzlich willkommen bei den Surfpoeten.
Die einzigste Lesebühne, wo es auch noch Disco dazu gibt.


Gebet gegen die Arbeit
Für eine bessere Welt
Egal-Automat
Wenn dir alles egal ist ...
Offene Seite
Die Webversion unseres Offenen Mikrofons
Sudoku Lösen
Sudoku-Löser
Login
Falls du dich einloggen willst, um Bemerkungen zu machen etc.

Die Surfpoeten - ein Abend der Liga für Kampf und Freizeit, regelmäßig jeden Mittwoch ab 21:00 Uhr im Mauersegler, Bernauer Str 63-64, 13355 Berlin
Wir lesen vor, was wir in der Woche so geschrieben haben, dazu gibt es Surfdisko mit DJ Joe Carrera oder DJ Falk 'n' Roll.
Bei weiteren Fragen, wirf einen Blick in die FAQ!

Die Surfpoeten, das sind Clint Lukas, Felix Jentsch, Jacinta Nandi, Tube, Meikel Neid, Konrad , Stein, der verstorben ist, DJ Joe Carrera und DJ Falk 'n' Roll.
Auf ihren Veranstaltungen wird Surfliteratur vorgelesen und es kommt Musik von den Platten, die Joe Carrera und Falk 'n' Roll auflegen. Disko & Literatur also.
Aber nicht nur das! Mit all ihren Auftritten kämpfen die Surfpoeten auch für eine bessere Welt, in der es Essen für umsonst für alle gibt, keinen Zwang zur Lohnarbeit, billiges Bier und vieles, was sonst noch gut ist. Gegründet wurden die Surfpoeten von Robert Weber, Ahne, Falko Hennig u.a.

 Archiv

4/2014
3/2014
2/2014
1/2014
12/2013
11/2013
10/2013
9/2013
8/2013
7/2013
3/2013
2/2013
1/2013
12/2012
7/2012
6/2012
5/2012
4/2012
3/2012
2/2012
1/2012
12/2011
9/2011
8/2011
7/2011
6/2011
5/2011
4/2011
3/2011
2/2011
1/2011
11/2010
10/2010
9/2010
7/2010
6/2010
5/2010
4/2010
3/2010
2/2010
1/2010
12/2009
10/2009
9/2009
8/2009
7/2009
6/2009
5/2009


Die anderen
400/supos_neu_1.jpg
Am 23.04.2014 ab 21.00 Uhr im Mauersegler, Bernauer Str 63-64, 13355 Berlin

Die Surfpoeten - Ein Abend der Liga für Kampf und Freizeit.
Literatur mit Tube, Clint Lukas, Meikel Neid, Jacinta Nandi, Felix Jentsch, Konrad Endler, und Disco mit DJ Joe Carrera oder DJ Falk 'n' Roll.

Sheriff Jack Toothpick

16.4.2014
(von Meikel Neid)
Jack griff in ein großes Astloch, überprüfte die Trommeln der darin befindlichen Revolver und bestückte seinen Gürtel dann mit den Waffen.
Zusätzlich holte er aus einem anderen Loch noch Ersatzpatronen und verstaute diese in dem Geheimfach hinter seinem Glasauge.
Jetzt fehlte nur noch ein Wurfmesser, eine Schrotflinte, ein Feuerlöscher, eine Motorsäge, ein Springseil, eine Dose Frühstücksfleisch, ein paar gepökelte Büffelnieren, eine Flasche Cranberrysaft und ein Mikadospiel.
Wenn es stimmte, was Creepy gemorst hatte, musste er auf alles gefasst sein...


Bis gleich im Mauersegler!

Ich bin kein Rebell

8.4.2014
(von Clint Lukas)
In der Schule fing es an.
„Warum musst du immer gegen alles sein?“
„Bin ich nicht.“
„Aber du spielst nie mit den anderen Kindern Fußball.“
„Ich mag Fußball nicht.“
„Siehst du.“
„Die Mädchen müssen doch auch nicht mitspielen.“
„Aber du machst auch sonst nichts mit den anderen.“
„Weil die anderen blöd sind.“
In diesem Moment wurde der Blick, mit dem man mich tadelnd bedachte, noch strenger, und auch Sorge blitzte darin. Sie hielten mich für rebellisch, renitent, mindestens merkwürdig. Als Kind war ich zum Zweifeln nicht fähig und glaubte ihrer Besorgnis.
Erst mit siebzehn ging mir ein Licht auf. Während ich schon bei meinen Eltern ausgezogen war, während ich schlaflose Nächte verbrachte, um meine selbstmordgefährdete Freundin vor Spiegelscherben zu hüten, während für mich die Autorität der Lehrer verblasste, weil es längst Ärger mit Bullen und schlimmerem gab, machten sich die Mädchen und Jungen in meiner Klasse Sorgen um Noten.
„Warum kommst du so selten zum Unterricht?“, wurde ich vom Lehrer gefragt.
„Ich komme, sooft es sich einrichten lässt.“
„So ist das aber nicht gedacht.“
„Stimmt was mit meinen Leistungen nicht?“
„Nein, die sind mehr als in Ordnung. Aber du grenzt dich immerzu aus.“
Da wurde mir klar, dass nicht ich einen Knall hatte, sondern die anderen...


Weiter geht es morgen Abend im Mauersegler. Zu Gast ist diesmal der Tausendsassa Christoph Theussl.

...

8.4.2014
Loading...

Haustiere

2.4.2014
(von Meikel Neid)
„Wir haben genügend Tiere“ sagte meine Mutter und lachte, als ich mal wieder bettelte, sie solle mir doch ein Haustier kaufen.
"Was für Tiere?" wollte ich wissen.
„In deiner Matratze sind hunderte. Hausstaubmilben.“
„Aber mit denen kann ich nicht spazieren gehen.“
„Du gehst täglich mit Ihnen spazieren. Sie haften nämlich auch an deiner Kleidung.“
„Aber ich kann sie nicht sehen.“
„Das macht doch nichts. Jedes Mal, wenn du Nachts einen Allergieanfall bekommst, weißt du, dass sie da sind.“


Weiter geht es heute Abend im Mauersegler mit Claudia Tothfalussy als Gästin. Genießt die Sonne bis dahin!

Von Pampelmusen und Pokalen

25.3.2014
(von Meikel Neid)
In meiner Jugend hatte ich, so wie alle jungen Männer, Sex mit Zitrusfrüchten, las ich in einer Zeitschrift.
Erst konnte ich mich nicht recht erinnern, doch dann fiel es mir wieder ein, wie ich damals mit 13 oder 14 täglich zum Obsthändler getigert bin und einen Sack voller Zitronen, Pampelmusen und Kumquats geholt habe.
Zu Hause habe ich die Früchtchen dann eins nach dem anderen begattet.
So war das.
Und meine sexuellen Phantasien? Wie jeder Mann träume ich davon, meine Freundin würde vor meinen Augen in einen meiner zahlreichen Pokale, die ich beim Fußball, Rugby oder Ringen gewonnen habe, in einen dieser Pokale also hineinpinkeln. Und ich würde zusehen und das geil finden.
Wie bei der Sache mit den Zitrusfrüchten hatte ich auch hier anfangs Zweifel.
Vor allem der Tatsache geschuldet, dass ich nicht im Besitz auch nur eines einzigen Pokals war.
Das heißt aber nicht, dass mich das Frauenmagazin angelogen hat.
Das heißt höchstens, dass ich einfach kein richtiger Mann bin.
Wir haben es dann mit so etwas Ähnlichem wie einem Pokal versucht.
Eine Postkarte mit Blümchen vorne drauf und hinten ein Mariechenkäferaufkleber. Und geschrieben stand da: Meikel erhält ein Lob für seine sehr gute Leseleistung.


Wir sehen uns morgen im Mauersegler. Bis dahin!
PS: Wer als Erster an der Kasse das Passwort (Pi mit sieben Nachkommastellen) flüstert, kommt für lau rein.

...

25.3.2014
Loading...

Lied ohne Kraft

19.3.2014
(von Konrad Endler)
Wie ein Meer ohne Wasser
Sturm ohne Wind
Schnee der im Frühling verweht
Wie ein Raum ohne Zeit
ein Weg ohne Ziel
ein Kreisel der sich nicht dreht
Wie ein alter Skoda
mit Pannenneigung
im Riesengebirge
bei 40 Steigung
und die Tankstelle hat auch noch zu
und zu Trinken is auch nix mehr da
Du warst schön du warst schön doch vorbei
ist die Zeit als du jung warst und frei
der Sand rinnt aus deiner Hand
die Jahre gehen ins Land
und was man noch alles so sagt
damit keiner fragt


Heute Abend mal wieder mit dem gern gesehenen Gast Thilo Bock. Bis dahin!

Informationsblatt X25/14 „Kinderwagen“

12.3.2014
(von Meikel Neid)
Beim Kauf eines Kinderwagens sollten Sie sich der Tatsache bewusst sein, dass Sie mit der Wahl der Marke, das Leben ihres Kindes maßgeblich beeinflussen. Durch die Wahl der richtigen Marke können sie sicherstellen, dass ihr Nachwuchs sich so entwickelt, wie sie es wünschen.
Die Marken und ihre Folgen:
Knorr-Baby:
Diese Kinder ernähren sich zumeist von Tütensuppen und werden später entweder Computerspezialisten oder Langzeitarbeitslose. Nicht wenige schaffen den Spagat zwischen beiden Tätigkeiten. Jungen fühlen sich wie magisch zu Mädchen mit dem Namen Maggie hingezogen.
Teutonia:
Sowohl Jungen als auch Mädchen tragen zwei Zöpfe und ein Lederwams.
Er hat zusätzlich noch eine Streitaxt, sie eine Keule. Beide können gut austeilen und einstecken. Politisch sind sie eher dem konservativen Lager zuzuordnen.
Baby Jogger:
Sobald diese Kinder laufen können, schieben sie ihren Wagen selbst.
Sie sind auch später immer im Laufschritt unterwegs und kommen nicht in gehobene Restaurants, da sie zu leger gekleidet sind. Autofahren macht mit Ihnen keinen Spaß, da sie ihre Füße auf den Pedalen nicht stillhalten können.
Ihr Idol ist Lena Odenthal.
Römer:
Diese Kinder sind echte Organisationstalente. Sie neigen leider zum Diebstahl geistigen Eigentums und Verschwörungen. Im Erwachsenenalter oft bei Orgien anzutreffen.
Cybex:
Die Insassen dieser Wagen fallen durch ihre Affinität zur Biomechanik auf. Sie lassen sich früher oder später ihre Gliedmaßen durch technische Bauteile ersetzen. Ihr Idol ist der Terminator.


Weiter geht es heute Abend im Mauersegler! Heute nicht in dem Raum vorne, sondern etwas weiter hinten im Mauersegler Club. Bis denn!

Tetris

5.3.2014
(von Jacinta Nandi)
Nachdem wir zusammen gezogen sind, hatten wir eine Party geschmissen, zu der niemand anders kam. Dann haben wir alleine, wir zwei, nur die zwei von uns, in dieser riesigen Wohnung gekokst und ein bisschen brutal gefickt.
Mein Freund sagte: Ich bin ein Feminist jetzt.
Ich sagte: Ja.
Er sagte: Ich wohne zusammen, in einer Beziehung, mit einer Frau, die sich als Feministin bezeichnet.
Ich sagte: Ja.
Er sagte: Wenn die Leute mich fragen, ob ich feministisch drauf bin, kann ich denen sagen, ja, meine feministische Freundin ist so gut in Blasen dass auch ich feministisch geworden bin.
Ich sagte: Ja. Was für eine Verantwortung habe ich jetzt auf meinen Schultern. Dann spielte ich Tetris. Wenn ich kokse, bin ich so gut in Tetris. Ist immer so.


Bis nachher im Mauersegler! Heute mit Robert Rescue von den Brauseboys (der ja letzte Woche vom Publikum unbemerkt als Konrad Endler Double fungierte) als Clint Lukas Double.

Neues Spielzeug

26.2.2014
(von Meikel Neid)
„Ja sicher bekommst du den Tennisball zurück, ich will ihn mir nur kurz ausleihen“, sage ich, ziehe ein Fischfiletiermesser aus dem Stiefelschaft und zerteile den Ball gekonnt in zwei Hälften. Das kleine Mädchen beginnt zu weinen. „Du hast gesagt, ich bekomme den Ball wieder.“
„Bekommst du ja auch.“
„Aber er ist kaputt.“
„Dafür hast du jetzt zwei Hälften.“
„Ich will keine zwei halben Tennisbälle, ich will einen Ganzen.“
„Ach nu hab dich mal nicht so. Apropos kennst du den Witz mit dem Mathelehrer und den Hälften?“
„Interessiert mich nicht. Ich will einen neuen Tennisball von dir.“
„Einen neuen? Der hier ist doch noch völlig in Ordnung.“
„Der ist zerschnitten. Reparier ihn, oder besorg mir einen neuen.“
„Ich hab da eine Idee“ sage ich. „Komm mit.“
Das kleine Mädchen und ich gehen gemeinsam zum Auto mit dem verklebten Türschloss. „Und jetzt?“ fragt das Mädchen.
„Jetzt mach ich fix die Karre hier auf und dann repariere ich deinen Ball. Damit.“ sage ich und zeige auf den Kaugummiklumpen am Schloss der Fahrertür.


Weiter geht es heute Abend im Mauersegler!

Schippe

17.2.2014
(von Meikel Neid)
„Schippe sag ma, warum wollteste mich denn so dringend treffen?“
„Wegen den Hunger uff de Welt.“
„Ja den gibt's. Aba watt is damit?“
„Watt wohl. Scheiße is ditt. Täglee verrecken Leute und watt machen wir? Wir reiben uns mit den ihrn Essen ein.“
„Hä?“
„Na jeh domma inne Drogerie. Weeßte wattit da jibt? Avocado-Bananen-Shampoo, Dinkel-Citrus-Seife, Curry-Peeling, Grapefruit-Sahne-Bodylotion. Mit den Fressen watt se in arme Länder nich haben, mit den schmieren wir uns die Körper ein und die Haare.“
„So ne Kosmetikartikel kamman do aba nich essen.“
„Stümmt, Alter. Letztens haick meene Olle bein Liebesspiel mit son Drachenfrucht-Paprika-Kakaobutter-Körperöl einjeschmiert und denn habick se abjeleckt. Von oben bis unten. Also nich janz bis unten. Kurz bevor ick an ihrn Schmuckkästchen anjekomm bin, haick son Zittern jekricht und meene Zunge is taub jeworden.
Is imma no n bisschen steif meene Zunge. Willste ma anfassen?“


Weiter geht es am Mittwoch im Mauersegler. Bis denn!

Streichholz

12.2.2014
(von Konrad Endler)
Wenn ich ein Streichholz wär
dann wär mein Leben nicht so schwer
ich läge in ner Schachtel rum
die dann mein Universum wär
Ich hätt nen Kopf aus Phosphor und ich hätt ein Bein aus Holz
und dass ich sonst nichts hätte
wär mein ganzer Stolz
R:
Wenn ich ein Streichholz wähähäre
Das wär schön
Ich läge in der Dunkelheit
und neben mir lägst du
und neben uns wärn alle
Members of the Crew
Es gäbe niemals Kriege
und auch keinen Streit
und niemand würde sagen
ich hab jetzt keine Zeit
Br:
Und manchmal geht die Schachtel auf
und Gott nimmt einen von uns raus
was wird mich wohl erwarten
komm ich in den Streichholzgarten?
Kann ich an diesem anderen Ort einfach weiter pennen
oder ist da eine Hölle
wo wir alle alle brennen?
Wenn ich ein Streichholz wär
dann wär mein Leben nicht so schwer
ich läge in ner Schachtel rum
die dann mein Universum wär
Ich hätt nen Kopf aus Phosphor und ich hätt ein Bein aus Holz
und dass ich sonst nichts hätte
wär mein ganzer Stolz


Weiter geht es heute Abend. Zum vorerst letzten Mal mit dem fulminanten Thilo Bock als Gast.

Fuck the pain away

28.1.2014
(von Clint Lukas)
Julius Janker sieht übel aus. Er ist nicht dick wie andere Menschen. Ein Leben der Sünde hat ihn so werden lassen. Tausend mal Sex, für beide nicht schön. Viel Angst und Schmerz, nur sehr wenig Liebe erzeugt. Der Caligula unter den Regisseuren. Charismatisch und voller Humor. Der es geschafft hat, in einem Jahr den Nestroy-Publikumspreis zu gewinnen und zum unbeliebtesten Österreicher nach Hitler und Fritzl gewählt zu werden.
„Clint!“, schreit er mich an. „Wer zur Hölle sitzt da am Flügel?“
Ich schau durch das Spalier von Kellnern, die unsere Tafel umstehen. Das Mabios ist Wiens einziges Zwei-Sterne-Lokal und der Hauspianist spielt nicht schlecht, irgendwas Flottes von Gershwin.
Ich dreh mich wieder zu Janker, der meine Antwort inquisitorisch erwartet.
„Keine Ahnung“, sag ich. „Jemand von hier.“
„Sei so gut und brich ihm die Hände. Und danach, bitte, spiel uns was Schönes.“
Ich geh zum Klavier und schließe den Deckel. Der Pianist steht ärgerlich auf. Er will etwas sagen, dann trifft sein Blick den des Oberkellners und der schüttelt vornehm den Kopf.
„Darf ich bitten“, sag ich und schiebe den Ärmsten beiseite. Beginne mein Spiel in cis-moll, Debussy und etwas von Grieg, weil Janker cis-moll so mag. Seine Züge glätten sich, er wird friedlich für den Moment und widmet sich den johlenden Schauspielern. Austernschalen bedecken den Tisch, der Champagner geht kistenweise über den Jordan. Die einzige, die sich zurück hält, ist Ariadne. In Ariadne bin ich ein bisschen unsterblich verliebt. Sie setzt sich zu mir, ganz nah. Unsere Arme berühren sich, wenn ich in die hohen Oktaven komme.
„Warum lässt du dich von dem Teufel so anstiften?“
„Du weißt, dass er Jazz nicht mag. Und wenn er etwas nicht mag, kriegen es alle zu spüren.“
„Aber du hast den Pianisten gedemütigt.“
„Das weiß ich und es war auch nicht leicht.“
„Warum machst du es dann?“
„Ich glaube es steht mir, wenn ich hin und wieder was Böses tue.“


Weiter geht's morgen im Mauersegler. Als Gast beehrt uns erneut der gazellenhafte Thilo Bock.

Süßessen: Wo Frauen keine Zuckerschnecken sind

22.1.2014
(Diesmal von unserem heutigen Stargast Thilo Bock)
Es gibt zweifellos skurrilere Wettbewerbe als diesen hier. In Kanada werfen sie – trotz Verbots – Zwerge um die Wette, und auf Mallorca wiegen junge deutsche Damen ihre Brüste. In Bayern urinieren die Herren der Schöpfung um die Wette. In Polen werden Bäume zerteilt, bis die Säge glüht. Und auf dem Kaukasus trinken sie solange Selbstgebrannten, bis der erste nichts mehr sieht. Dennoch gehört der Wettkampf, zu dem sich neun Frauen und drei Männer letzten Sonntag in einem Einkaufszentrum am Berliner Alexanderplatz eingefunden haben, zu den seltsamsten. Es geht darum, wer süßer essen kann. Und das ist keine kleine Herausforderung, wie man nicht nur an den bleichen, glänzenden Gesichtern der Teilnehmenden sieht. Denn jeder, der schon einmal eine Großpackung bunt glasierter Donuts in sich gestopft hat, weiß, daß es mit dem Hinunterschlucken nicht getan ist. Nur so viel: Das Ziehen in den Zähnen ist allenfalls der Anfang eines längeren körperlichen Unwohlseins.


Weiter geht es heute ab 21 Uhr im Mauersegler...

Die Ballade der Trampel

13.1.2014
(von Clint Lukas)
Michaela B. war eine Idiotin. Weil sie in der Straßenbahn dachte, sie müsse unbedingt vorm Erreichen des Zielbahnhofs von ihrem Platz aufstehen und weil sie es daraufhin für angebracht hielt, unsicher von einem Haltegriff zum nächsten zu schwanken und dabei jeden einzelnen Mitreisenden mit ihrem prall gefüllten und somit weit von ihrem Rücken abstehenden Rucksack anzurempeln, weil sie dies tat, stürzte sie bei einer plötzlichen Bremsung und zog sich einen komplizierten Oberschenkelhalsbruch zu.
Normalerweise wäre ihr niemand zu Hilfe geeilt, wieso auch? Die Entschlossenheit, mit der sie vor aller Augen solche Dummheiten beging, weckte in dem Beobachter automatisch den Eindruck, sie käme ebenso mühelos mit den daraus resultierenden Konsequenzen zurecht. Doch wie es der Zufall wollte, war an diesem Tag ein weiterer Idiot in der Straßenbahn anwesend: Marius F. war auf Michaela B. aufmerksam geworden, als sie mit der Schnalle ihres Rucksacks um ein Haar sein rechtes Augen entfernte. Tief von ihrem Temperament beeindruckt, sammelte er gerade all seinen Mut, um sie zu einem Abendessen mit anschließendem Beischlaf einzuladen, als das Schreckliche geschah.
Um rasch Hilfe zu holen, sprang Marius F. an der nächsten Haltestelle aus der Bahn und weil er der Meinung war, er müsse sich vorher nicht vergewissern, ob ein Autofahrer die Gelegenheit nutzen und die Tram überholen würde, weil er fand, dass es wichtiger war, im Recht zu sein, als auf sich aufzupassen, wurde er von einem Opel Corsa erfasst und fünfzehn Meter Richtung Westen geschleudert. Und so kam es, dass Marius F. und Michaela B an diesem Nachmittag im gleichen Rettungswagen Richtung Krankenhaus fuhren.


Weiter geht's am Mittwoch im Mauersegler...

Die Ameisenkönigin

8.1.2014
(von Meikel Neid)
B: Im Tierreich herrscht do oft eher so watt wie Monarchie. Bei Ameisen zum Beispiel.
A: Quatsch. Flora und Fauna, ditt sind allet Kommunisten.
Mag sein, dasset so wirkt, als herrsche in einzelnen Gruppen Monarchie. Aber man muss die Natur als Janzet begreifen. In der Natur jibtit keen Privateigentum.
B: Aber et herrscht ditt Recht des Stärkeren.
A: Ditt wirkt nur so. In Wirklichkeit ist ditt allet jeplant, wem watt zusteht.
Planwirtschaft. Schoma watt davon jehört?
B: Ja, sicher.
A: Na also! Sie bejinnen zu verstehen. Ham se von der Jeschichte mit dem Kokain bei Aldi jehört?
B: Sie meinen ditt Koks, watt in den Bananenkisten von Aldi jefunden wurde?
A: Jenau ditt. Manchmal kommt eben doch watt ans Licht.
B: Meinen se, die Aldibrüder sind Kokser oder Koksdealer?
A: Beidet natürlich. Und watt meinen se, an wen die ihr Koks verticken?


Weiter geht es heute ab 21 Uhr im Mauersegler. Bis dahin!

Neujahrspause

30.12.2013
Obacht! Am 1. 1. machen die Surfpoeten aus Gründen eine Pause. Am 8. 1. geht es wie gewohnt im Mauersegler weiter.